Das Waisenhaus

14.09.2017
 Travelbohos

Allgemeines zum Waisenhaus

Das Waisenhaus beheimatet 45 Kinder im Alter von vier Monaten bis 18 Jahren. Es gibt ein Mädchen- und ein Jungenzimmer mit jeweils 12 Betten (4x3 Stockbetten), dementsprechend schlafen meist zwei Kinder in einem Bett. Zusätzlich kommen zehn Kinder zur Tagesbetreuung. Die Leiterin wohnt mit ihren 3 Töchtern in einem extra Zimmer ebenfalls im Waisenhaus. Um die Babys, Wäsche und Ordnung kümmern sich drei Nannys, die bei den Kindern im Zimmer übernachten und von morgens bis abends anwesend sind. Gewaschen wird mehrmals täglich in Eimern, die Wäscheleinen sind an den Bäumen festgemacht und bieten sehr viel Platz. Die Wäsche trocknet tagsüber in der Sonne sehr schnell, lediglich die Wäscheklammern fehlen, die Kleidungsstücke lagen des Öfteren am Boden. Um das Essen kümmert sich hauptsächlich eine Köchin, die vom Frühstück bis zum Abendessen da ist. 


Die Kinder kommen aus christlichen und muslimischen Familien. Sie sind alle aus unterschiedlichen Gründen hier im Waisenhaus:
-Tod der Eltern
-Drogensucht der Eltern
-Armut der Eltern
-Krankheit der Eltern
-Scheidung der Eltern
-Vater hat mehrere Frauen mit mehreren Kindern und kann sich nicht um alle kümmern (hier dürfen Männer bis zu vier Frauen heiraten)
-Häusliche Gewalt  bis hin zu Mordversuchen an Kindern

Kindergarten/Schule

Die Jugendlichen gehen von 8 bis 16 Uhr in die Secondary School in Bububu. Der Kindergarten und die Primary School sind direkt im Haus, es gibt drei Klassenzimmer. Um den Unterricht und die Kinderbetreuung kümmern sich zwei Lehrerinnen und die Volunteers. Unterricht ist laut Stundenplan von 8 bis 12:15 Uhr, die Kinder werden, je nach Alter, in drei Klassen aufgeteilt. Die zu unterrichtenden Fächer wurden uns morgens spontan mitgeteilt. Nachmittags um 17 Uhr fand nochmal eine einstündige Unterrichtseinheit statt, die jedoch recht flexibel war und bei Geburtstagen oder anderen Aktivitäten ausfiel.

Teacher Xenia & Teacher Stefan
Ja, so schnell wird man Lehrer…
Ehrlich gesagt wussten wir am Anfang gar nicht genau, was unsere Aufgaben im Waisenhaus sein werden. Am ersten Tag hatten wir um 16:30 Uhr eine kurze Besprechung mit zwei weiteren Volunteers aus Deutschland und Theresa, eine der Töchter von der Waisenhausleiterin. Wir sollten jeden Tag um 17 Uhr eine Unterrichtseinheit mit den Kindern abhalten, es standen folgend Fächer zur Auswahl: Mathe, Englisch, Kunst und Spiel. Nachdem die Fächer aufgeteilt waren und uns erklärt wurde, was wir in dem jeweiligen Fach den Kindern näherbringen sollen, ging es auch schon los.
Stefan durfte mit 14 Kindern Mathe unterrichten, es standen Zahlen von 1 bis 100 auf dem Programm. Als Erstes hat Stefan die ganze Klasse laut von 1 bis 100 zählen lassen. Anschließend mussten vorgegebene Zahlen zwischen 1 und 20 von den Kindern mit den Fingern und Zehen gezeigt werden. Als letztes wurden Zahlen an die Tafel geschrieben und immer einem Kind ein Ball zugeworfen, dieses musste die Zahl dann laut sagen. Als Belohnung für die richtige Antwort gab es einen Aufkleber 😉. 
Xenia ging mit einer Gruppe von Kindern nach draußen, um Kunst mit ihnen zu machen. Sie gab den Kindern Ausmalbilder, welche sauber ausgemalt werden sollten. Lustigerweise waren ganz viele „Die Schöne und das Biest“ Bilder dabei. Anschließend bekamen die Kinder die Aufgabe, einen Garten zu zeichnen und anzumalen, also eigentlich alles ganz entspannt. Allerdings wollten alle gleichzeitig Xenias Aufmerksamkeit und nach jedem gemalten Strich, fragten sie, ob es gut sei. Gegen Ende ließ die Geduld bei manchen Kindern nach und sie wollte lieber spielen. Sie testeten uns auch ganz schön aus und rannten manchmal einfach davon. 


Nun waren wir also Teacher 😊. Ach ja unterrichtet haben wir auf Englisch und vor den jeweiligen Stunden wurde uns mitgeteilt, was genau gemacht werden sollte (meistens Übungsaufgaben aus einem Buch).
Morgens durfte Stefan auch Mathe unterrichten, aber dieses Mal mit den etwas Älteren Übungsaufgaben zum plus und minus rechnen. Danach durfte er den Kleineren Kunst lehren – malen, Farben und Formen auf Englisch sagen und zum Schluss gab es für eine halbe Stunde einen Beutel mit Spielsachen.
Xenia durfte Naturwissenschaften unterrichten. Sie sollte den Kindern die Quellen von Wasser näherbringen und in den nächsten Tagen, wie das Wasser verschmutzt wird. Zusammen gingen sie auf die Suche, wo es überall Wasser gibt, um anschließend verschiedene Bespiele an die Tafel zu malen und die Kinder zeichneten diese ab. Es klappte ziemlich gut. Am Ende durfte sie ihnen noch eine Geschichte vorlesen. Doch da musste sie manchmal mit den Kindern schimpfen, da diese Kreide zerdrückten, um daraus mit Papier eine Zigarette zu bauen.


Wir haben in der ersten Woche von Montag bis Donnerstag unterrichtet. Vom 01.09 bis 04.09 war Opferfest (Islamische Feiertage) und vom 05.09 bis 08.09 Ferien, daher viel die Schule aus. In Englisch zu unterrichten war Anfangs etwas schwierig, doch wir hatten Gefallen daran gefunden und hätten gerne weitergemacht😉. 
Wer kann sich noch an die schönen Klassenbucheinträge von damals erinnern? In unseren vier Tagen hätten wir mit Sicherheit alle Namen der Kinder reinschreiben müssen…Soll heißen, die Kinder konnten kaum ruhig sitzen bleiben. Es wurde geredet, aufgestanden, zur Tür herausgelaufen…Da half auch mehrmaliges Ermahnen nichts, es war also kein wirklich geregelter und sanktionierter Ablauf wie wir ihn aus Deutschland kennen. 

Unser Zimmer

Im Waisenhaus haben wir ein eigenes Zimmer (eigentlich das Zimmer von den Töchtern der Waisenhausleiterin) mit sechs Stockbetten, eigenem Bad und Kühlschrank bekommen. Da konnten wir uns nicht beschweren 😊. Die letzten beiden Nächte haben noch zwei Volunteers aus Deutschland bei uns übernachtet.
Lediglich die Dusche und Toilette waren gewöhnungsbedürftig. Aus der Dusche kamen nur ein paar tropfen Wasser, sodass wir den Wasserhahn zur Hilfe nehmen mussten. Die Toilette war undicht und die ganze "Brühe" lief auf den Boden. Wir mussten mit einem Eimer Wasser nachhelfen, um alles in den Abfluss zu leiten. Ein paar kleinere Tierchen hatten wir auch hin und wieder.a

Essen/Trinken

Gekocht wurde ausschließlich im Freien unter einem Dach über dem offenen Feuer. Im Haus gab es keine Küche. Es gab einen kleinen Raum, in dem das Geschirr und Küchenutensilien lagen. Allerdings waren diese querbeet verstreut und es war überhaupt keine Ordnung vorhanden. Eine Frau war extra zum Kochen da, sie hat aber auch Unterstützung von den Kindern und uns bekommen. Abends haben die Jugendlichen teilweise auch alleine gekocht. Xenia durfte auch einmal selbst kochen (Tomatensoße), was ihr großen Spaß machte. Müssen wohl zu Hause auch eine Feuerstelle einrichten :D. Ansonsten haben wir ab und zu beim Schnippeln von Tomaten oder zupfen von Mboga ya Mchicha (spinatartige Blätter) geholfen. Einmal haben uns die Kinder auch ihre eigene Brötchenzubereitung gezeigt. Mehl, Hefe, Salz, Öl und Wasser zu einem Teig kneten (Xenia hat auch kräftig mit geknetet), zu kleinen Brötchen formen und auf Bleche legen. Diese wurden zum Bäcker um die Ecke gebracht, um sie im großen Ofen zu backen.

Zum Frühstück haben die Kinder Porridge und/oder ihre selbstgemachten Brötchen bekommen, während wir meist Chapati (Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen) bekommen haben. Je einmal haben wir Brötchen, Kuchen, Kartoffeln mit Tomatensoße und Küchle (Stefan fühlte sich sofort an seine Kindheit erinnert, da seine Oma früher oft Küchle machte 😊) bekommen. 

Mittags und abends haben wir das gleiche Essen wie die Kinder bekommen. Zwei Jugendliche portionierten das Essen und wir haben die Teller an die wartenden Kinder verteilt.
Mittag-/Abendessen:
- Reis mit Bohnen
- Reis mit Tomatensoße
- Reis mit Mboga ya Mchicha (ähnlich wie Spinat)
- Reis mit Fisch/Fleisch
- Bananen mit Tomatensoße

Gegessen wurde auf dem Boden (vor dem Essen legen die Kinder Matten aus) und ausschließlich mit den Händen, nur die Volunteers bekamen einen Löffel. Drei Volunteers haben während unserer Zeit extra Löffel für die Kinder gekauft, aber diese wurden nur am ersten Tag benutzt. Sie sind es einfach gewohnt mit den Händen zu essen…
Am Anfang hatten wir die Befürchtung, dass wir das Essen nicht vertragen oder es nicht schmeckt, aber „Hakuna Matata“ alles war gut 😊. Erstaunlicherweise hat uns das Essen größtenteils gut geschmeckt und Magenprobleme hatten wir auch keine. Das Essen war zwar durch den Reis eintönig, aber wir dachten, es gibt so gut wie nur Reis mit Bohnen. Dies war nicht der Fall, die Soßen haben immer variiert. Lediglich der Fisch und die Bananen mit Tomatensoße (hat das schonmal jemand gegessen???) haben uns nicht so gut geschmeckt. Am Wochenende zum Opferfest gab es eine Ziege (zum Glück waren wir da nicht da) :D. Ab und an hat es noch Bananen, Süßigkeiten und Softdrinks gegeben.

Getrunken haben die Kinder Tee und Leitungswasser, während wir uns nebenan Wasserflaschen kauften. Vom Leitungswasser wird abgeraten, da es Bakterien enthalten kann, die Darminfektionen auslösen können. Die Einheimischen sind das Wasser gewohnt und haben dementsprechend auch keine Probleme.

Unsere Lieblingsbeschäftigung: Der Abwasch und das Mülleinsammeln

Eigentlich sollte jeder sein Geschirr selbst waschen, aber nach dem Essen häufte sich das Geschirr am Waschplatz, sodass wir immer mittags und abends nach dem Essen gewaschen haben. Es war schön zu sehen, dass auch immer Kinder geholfen haben (Milembe zählte hier zu den fleißigsten 😊). Ein Waschbecken gab es nicht, lediglich ein Steinbecken mit Wasserhahn leicht über dem Boden. D.h. es musste in der Hocke oder auf den Knien abgewaschen werden. Spülmittel und Tücher suchten wir vergeblich. Als wir danach fragten, bekamen wir einen Schwamm von der Tafel und weißes Pulver. Erst nach einer Weile haben wir gemerkt, dass es sich dabei um Waschpulver gehandelt hat, na ja die Teller waren danach wie neu :D. Also es wurde grundsätzlich ohne Spülmittel und nur mit den Händen gewaschen, Ausnahme waren die Töpfe. Da diese meist angebrannt waren, wurde eine Hand voll Grund geholt und die Töpfe damit gereinigt… Gewöhnungsbedürftig, aber es hat funktioniert :D.
Wir haben das gewaschene Geschirr geordnet und zwischendurch auch den ganzen Raum, in dem das Geschirr und die Küchenutensilien standen, geordnet, aber am nächsten Tag sah es wieder aus wie Sau…
Die Kinder warfen den Müll leider überall hin, wir versuchten ihnen so gut es geht beizubringen, dass dieser in den Mülleimer muss…Das Wort „rubbish“ fiel also recht oft, vor allem wenn die Kinder Süßigkeiten oder Bananen bekamen. Trotzdem lag morgens rund um das Haus noch Plastik, Bananenschale, Papier und Sonstiges.

Freizeit

Die Kinder in ihrer Freizeit zu begleiten hat uns sehr bereichert. Dadurch haben wir viel über sie erfahren und ungezwungen erlebt. Mit der Zeit haben wir immer mehr über die Beziehungen zueinander erfahren, vor allem, dass es sehr viele Geschwister gab. Jedes Kind hatte seine besondere Eigenschaft und Fähigkeit. Vom Tanzen über Zeichnen, singen, musizieren, klettern, turnen, basteln, Geschichten erzählen, Fußball spielen, kochen bis hin zu Kung Fu war alles dabei. Wir erlebten die Kinder stets glücklich und froh, jedoch gab es auch Tränen oder traurige Gesichter. Gestritten haben sie sich jedoch nur selten. Es war schön zu sehen, wie alle Altersklassen zusammengespielt und sich gegenseitig unterstützt haben. Flossen Tränen, war sofort ein anderes Kind zum Trösten da – Es herrschte ein großer Zusammenhalt, wie in einer Familie, das hat uns sehr beeindruckt.
Schon die kleinsten trugen die Babys auf dem Arm oder Rücken umher. Als wir das am Anfang gesehen haben, ist uns fast das Herz stehen geblieben, da die Kinder kaum richtig laufen konnten und schon die Babys auf dem Rücken trugen. Aber das ist dort normal und die Kinder gehen sehr fürsorglich mit den Babys um.
Am Anfang wurden wir nur mit „Teacher“ angesprochen, mit der Zeit wurden wir zu Teacher Stefan und Teacher Xenia (gesprochen: Gesenia oder Senia, da das X für sie unaussprechlich war, wir fanden es amüsant).
Die kleineren hatten beim Springen ihren Spaß. Stefan zog sie an den Händen nach oben, davon konnten sie nicht genug bekommen, sodass Stefan am nächsten Tag Muskelkater hatte :D.
Die Kinder waren teilweise krank, hauptsächlich husten und schnupfen. Ihre Rotznasen haben sie überall abgeputzt, ob an ihrer Kleidung, Tücher für die Babys oder Sonstigem. Als wir was sagten, haben sie nur gelacht und die Tücher noch auf den Kopf gelegt oder in den Mund genommen…Mit der Zeit hatten wir uns daran gewöhnt…
Ein Schockmoment erlebten wir, als ein Kind ein großes Küchenmesser im Mund hatte. Wir konnten unseren Augen nicht trauen…Da half es auch nichts dem Kind klarzumachen, dass es sehr gefährlich ist. Wir haben gelernt, dass es für die Kinder zum Alltag gehört, irgendwelche Gegenstände in den Mund zu nehmen, sei es ein Messer, Stifte, Wachsmalstifte, Plastik oder Sonstiges.

Das meistgehörte Wort während unser Zeit im Waisenhaus war: „Teacher me“
Bei der Essensausgabe, beim Unterrichten und vor allem beim Spielen wollte jeder der erste sein - „Teacher me, Teacher me, Teacher me“ war die Folge :D

Ein paar Wörter Swahili haben wir während unser der Reise gelernt bzw. wurde uns von den Kindern beigebracht:
- Jambo = Hallo
- Asante = Danke
- Asante sana = vielen Dank
- Karibu = Willkommen
- Ulale salama = gute Nacht
- Pole Pole = langsam
- Tembo = Elefant
- Simba = Löwe
- Twiga = Giraffe
- Ndiyo = ja
- Hapana = nein
- Hakuna Matata = mach dir keine Sorgen
- Zahlen von 1 bis 10 (Moja, Mbili, Tatu, Nne, Tano, Sita, Saba, Nane, Tisa, Kumi)

Zweimal die Woche kamen drei Tanzlehrer, die mit einer Gruppe neue Choreografien einstudierten. Dabei schauten wir sehr gerne zu und hatten danach einige Ohrwürmer 😉. Die Kinder haben das richtig gut gemacht und die neuen Tanzschritte sehr schnell gelernt – wir hätten dafür wahrscheinlich ewig gebraucht :D.

Eine Geburtstagsfeier haben wir auch miterlebt, Darya, die nur zur Tagesbetreuung da war, hatte Geburtstag. Die Mutter, der kleine Prinzessin (ja so sah sie auch alle Tage aus), war ebenfalls da und hatte eine Torte und Trinken mitgebracht. Alle Kinder saßen zusammen, haben für Darya gesungen und sich über die Torte gefreut 😊.

Drei Volunteers hatten eine sehr gute Idee und T-Shirts und Farbe zum Bemalen mitgebracht. Vorne wurde der jeweilige Name des Kindes geschrieben und hinten kamen die Handabdrücke drauf. Das hat den Kindern natürlich Spaß gemacht, vor allem auch die Farbe überall hinzuschmieren…Teilweise war das gesamte Gesicht voll. Aber die T-Shirts sind auch schön geworden 😊. Mit diesen Shirts ging es am vorletzten Tag, alle Gemeinsam (auch die Babys und Nannys), nach Stone Town auf einen Spielplatz. Diesen Ausflug haben ebenfalls die Volunteers organisiert. Wir fuhren mit circa 40 Personen in einem für nur 25 Personen ausgelegten Bus, allerdings war das, mit den Dalla Dallas verglichen, noch purer Luxus. Auf dem Spielplatz konnten sich die Kinder austoben, die Fahrräder waren am beliebtesten.

An einem Tag durften wir mit den Kindern an den Strand. Dieser war zwar nicht besonders schön, aber zum Baden für die Kinder völlig ausreichend. Diese haben sich riesig gefreut, dass sie im Wasser spielen durften, aber weit hinein haben sie sich nicht getraut, da wenige von ihnen schwimmen konnten. Zum Schluss gab es leider noch einen unschönen Zwischenfall. Martha hat sich das Knie verdreht und konnte nicht mehr auf den Fuß stehen – Stefan musste sie auf dem Rücken zurück ans Waisenhaus tragen. Von dort aus ging es mit dem Auto direkt zum Arzt, mit der Diagnose Zerrung und einem dicken Verband ging es wieder zurück.

Volunteers

Von 9 bis 12 Uhr waren vier und nachmittags von 16 bis 19 Uhr nochmal zwei Volunteers aus Deutschland da. Teilweise bleiben diese bis zu sechs Monaten.

Tagesablauf

- Morgens um 5 Uhr mussten wir die Klassenzimmer, sowie rund um das Haus aufräumen und fegen
- Frühstück
- In der ersten Woche Unterricht / in der zweiten Woche Freizeitbeschäftigung mit den Kindern
- Mittagessen gegen 13 Uhr
- Abwasch
- Nach dem Mittagessen und Abwasch sind wir meist für 1 bis 2 Stunden ins Zimmer, um uns auszuruhen. Die Kinder haben da auch geschlafen oder sich ausgeruht
- Freizeit mit den Kindern- Unterricht um 17 Uhr, Tanzunterricht oder Freizeit mit den Kindern
- Abendessen gegen 18:30 Uhr
- Abwasch
- Freizeit mit den Kindern
- Gegen 20/21 Uhr sind wir auf unser Zimmer, die letzten Kinder sind gegen 22 Uhr ins Bett

Abschied

Am 08.09.17 war großer Abschiedstag, denn nicht nur wir, sondern auch 5 weitere Volunteers, die zum Teil sechs Wochen dort waren, hatten ihren letzten Tag im Waisenhaus.
Die Kinder haben für alle Volunteers zum Abschied gesungen und getanzt, es war sehr emotional (Xenia hatte Tränen in den Augen). Die Beziehungen, die wir in den zwei Wochen aufgebaut haben, waren doch stärker, als wir Anfangs dachten. Umso schwerer fiel natürlich der Abschied…
Nach den Tänzen haben wir noch Süßigkeiten an die Kinder verteilt und haben mit der Drohne Abschiedsbilder geschossen. Die Kinder sind der Drohne hinterhergerannt, gesprungen und haben gelacht 😊. Einige ältere durften auch selbst fliegen, was ihnen Riesenspaß machte.
Wir haben die Rucksäcke gepackt und uns schweren Herzens bei allen verabschiedet.

Fazit

Das Waisenhaus war für uns beide ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis, welches wir in so einer Form noch nie erlebt hatten. Auch wenn es nicht immer einfach war, sind wir sehr dankbar, dass wir im Waisenhaus übernachten durften. Dadurch hatten wir eine sehr intensive Zeit, da wir den ganzen Tag von morgens bis abends mit den Kindern verbringen konnten. Wir haben gelernt, wie die Menschen dort kochen, essen, sprechen, waschen, spielen, lernen und miteinander umgehen. Gerade der Umgang miteinander hat uns sehr imponiert – Egal ob groß oder klein, jeder trägt seinen Teil zur Gemeinschaft bei. Wir hatten den Eindruck, dass alle wie eine große Familie sind und zu sehen, wie wir von Anfang an in diese Gemeinschaft aufgenommen wurden, hat uns große Freude bereitet. 
Mit so mancher Herausforderung mussten wir klarkommen und daran wachsen. 

- Wie gehe ich mit einer Toilette um, die ständig ausläuft? 
- Wie dusche ich, wenn nur ein paar Tropfen aus dem Duschkopf kommen? Xenia hat dann meistens unter einem Hahn im sitzen geduscht…

- Wie bringe ich ungeduldigen Kindern Mathe oder Englisch näher?
- Wie tröste ich das schreiende Baby?
- Wie entsorge ich den Müll?
- Wie gehe ich ohne Toilettenpapier auf die Toilette…?
- Wie schneide ich das Gemüse auf der Hand, statt auf einem Brett?
- Wie wasche ich das Geschirr ohne Spülmittel und Schwamm?
- Zusehen wie die Kinder mit großen Messern spielen
- Zusehen wie kleine Kinder die Babys herumtragen und manchmal auch ziemlich grob anpacken
Es hat alles funktioniert und wir sind sehr stolz, alles mitgemacht zu haben.
Mit weniger zu leben, umdenken zu müssen, auch Dinge zu machen, welche für uns eher unschön waren, für die Kinder da zu sein und zu helfen, hat uns viel Spaß gemacht.
Die Waisenhausleiterin, ihre Familie und die Nannys sind zu bewundern, sie geben so viel Herzblut in ihre Arbeit mit den Kindern, wir würden behaupten ihr Leben. Sie wollen nur das Beste für die Kinder und das merkt man - Tag und Nacht sind sie für sie da und geben ihnen Werte, Liebe und tröstende Worte.
Wir haben so viel von allen mitgenommen. Diese Menschen sind uns so ans Herz gewachsen und wir hoffen, wir konnten ihnen auch etwas von unserer Liebe abgeben. Für sie ist es sicher auch nicht leicht, nachdem sie sich gerade an die Volunteers gewöhnt haben, werden diese wieder durch neue Ersetzt.

Die vielen Erfahrungen und schönen Momente werden uns für immer in Erinnerung bleiben und eines Tages werden wir das Waisenhaus nochmal besuchen und feststellen wie groß sie alle geworden sind...

Teacher never forget you – we are happy for you coming for us…Das war das Abschiedslied an uns.
Dem können wir uns nur anschließen: Children we will never forget you.

An dieser Stelle wollen wir uns ganz herzlich bei Lena für ihre vielen hilfreichen Infos und den Kontakt zum Waisenhaus bedanken.
Ein großes Dankeschön geht auch an Carolin und David für ihre großzügige Spende, sowie an Jakob und Raphael für die gespendeten Laptops.

Waisenhaus
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"Give the children love, more love and still more love - and the common sense will come by itself."   

Astrid Lindgren 

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