Minca

29.03.2020
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Minca Infos
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Minca 15.06 – 17.06 und 24.06-26.06.2019

Etwas versteckt in der Sierra Nevada, dem höchsten Küstengebirge der Welt, liegt das längst nicht mehr unbekannte Dorf Minca. Übrigens liegen die knapp 6000 Meter hohen Gipfel der Sierra Nevada gerade einmal 45 Kilometer von der Karibikküste entfernt. Dieser Ort ist einer unserer Lieblinge in Kolumbien. Schon der Name „Minca“ klingt wie ein kleines Paradies in unseren Ohren. Und das ist es auch. Hier sind uns wahrhaftig viele kleine Wunder begegnet. Wir waren umgeben von tiefer und grüner Natur, Wasserfällen, Vögeln, Tausendfüßlern, Schmetterlingen und anderen Lebewesen. Es ist einfach der perfekte Ort, um in einer grünen Umgebung Ruhe zu finden und sich zu erholen.

Bekannt geworden ist das kleine Dorf dank der guten Wandermöglichkeiten sowie Vogelbeobachtungen. Mittlerweile kommen viele Backpacker, Alternative und Aussteiger nach Minca. Wir trafen beispielweise auch einen jungen Mann, der hier ein Stück Land gekauft hat und ein Airbnb betreibt.
Neben den wunderschönen Sonnenuntergängen von den Bergen bis hinunter aufs Meer, ist das Klima auf 650 Metern angenehmer, als die heißen und schwülen Tage an der Küste. Außerdem soll Minca laut der Einheimischen einer der sicherste Orte in Kolumbien sein. Das Dorf an sich bietet neben einem kleinen Supermarkt und ein paar Restaurants nicht viel. Unbedingt Bargeld mitbringen, da sich der nächste ATM in Santa Marta befindet.

Am Ende hatte uns das Bergdorf so gut gefallen, dass wir ein weiteres Mal hingefahren sind.

Anreise von Santa Marta nach Minca

Mit Cootrasminca (Marktplatz Carrera 9, Calle 11) könnt ihr in einer Stunde mit einem Kleinbus für 8000 COP/1,70€ pro Person nach Minca fahren. In Minca selbst stehen Motorradtaxis zur Verfügung.

Unterkunftstipp Minca

Sol de Minca – Ein Eco-Hostel mit selbst gebauten Hütten, die größtenteils aus Holz und Lehm bestehen. Einfache, aber große Zimmer mit atemberaubender Aussicht. Es fühlt sich an, als ob man in der freien Natur übernachtet, da alles offen ist und lediglich Moskitonetz zum Schutz da sind. Man hört nichts, außer den Tiergeräuschen, einfach Natur pur. Das Gemeinschaftsbad ist komplett im freien mit Blick in den Dschungel. Es befindet sich einen Kilometer unterhalb von Minca.

Unsere zweite Unterkunft in Minca wurde das Casa Relax Minca Guest House, welches wir euch auch empfehlen können. Es liegt nur einen kleinen Spaziergang über den Fluss entfernt vom Dörfchen. Am Abend empfiehlt es sich die Stirnlampe mitzunehmen, denn der Weg ist kaum beleuchtet und im Dunkeln könnte die überqueren des Flusses etwas gefährlich werden. Im Garten lassen sich viele Kolibris und sogar Tucane beobachten. 

Restauranttipp Minca

La Miga – Ein kleines Cafe mit hervorragender Bäckerei. Wir vermissen auf Reisen eigentlich immer die deutschen Backwaren. Hier haben wir endlich mal etwas Vergleichbares gefunden. Die Baguettes und Schokoladencroissants waren spitze.

Arabesca – Leckeres arabisches Essen. Einzig der Service war bei unserm zweiten Besuch extrem schlecht, sodass wir nach 15 Minuten, ohne dass unsere Bestellung aufgenommen wurde, gegangen sind.

Sehenswertes in Minca

Lost Waterfalls von Dos Tucanes

Valentina, eine Freundin von Xenia, war zu dieser Zeit mit ihrem Freund Josh ebenfalls in Minca. Wir verabredeten uns zum Abendessen und dabei erzählten sie uns von ihrer Lost Waterfall Tour, die sie am Vortag gemacht hatten. Dabei wurden sie zufällig von einem jungen Mann angesprochen der diese Tour anbietet. Sie gaben uns seine Nummer und wir buchten unsere Tour für den nächsten Tag. Diese kostete 60000 COP/14€ pro Person und startete um 9 Uhr. Eigentlich war sie auf drei Stunden angelegt, doch wir kamen erst gegen 16 Uhr zurück. Aber unser super Guide Leonardo meinte, es geht meist länger. Warum hat uns diese Tour so gut gefallen? Wir kamen an Plätze abseits des Tourismus, an die wir so sicherlich nicht gekommen wären. Entsprechend waren sehr wenige Menschen zu sehen und wir konnten die herrliche Natur um uns herum in aller Ruhe genießen. Wir liefen entlang des Flusses, wo wir eine Menge Schmetterlinge sahen. Das war wirklich einmalig, es waren sicherlich über 100 auf einem Fleck. Unseren erster Badestopp machten wir in einem kleinen natürlichen Pool zwischen großen Felsen. Beim Zweiten hatten wir sogar einen kleinen Strand, konnten baden uns einfach relaxen und die Vögel beobachten.
Außerdem bekamen wir hier auf einem Felsen ein besonderes Geschöpf zu sehen. Wir konnten unsere Augen nicht mehr von ihm abwenden. Seine einzigartige Weise sich fortzubewegen, sein außerirdisches Wesen und wie es in Kampfstellung ging, als wir ihm zu nahekamen, war wirklich beeindruckend. Wir nehmen an, dass es sich vielleicht um eine Art der Gottesanbeterin handelt.
Anschließend liefen wir durch den Wald zu einer kleinen, abgelegenen Kaffeeplantage, die von einer Familie geführt wird. Wir bekamen natürlich leckeren Kaffee und unser Guide hatte Baguette, Croissants dabei. Wir bekamen eine kurze Führung mit Infos zum Kaffeeanbau.
Zuletzt ging es noch zu einem kleinen Wasserfall, wo wir uns nochmal abkühlen konnten. Auch hier waren wir, neben einer Familie, alleine.
Die Kombination aus Wandern, Informationen, Ruhe und Natur war einfach super.

Marinka Wasserfall und Casa Elemento

Wir fuhren mit dem Motorradtaxi (diese warten auf euch nach der Brücke) zuerst zum Marinka Wasserfall, wo die Fahrer auf uns warteten und anschließend zur Casa Elemento (Kosten 30000 COP/ 6€ pro Person). Wer gut zu Fuß ist, kann natürlich auch wandern, von Minca zur Casa Elemento benötigt man circa drei Stunden.

Nach 20 Minuten erreichten wir den Marinka Wasserfall, wo wir eine Stunde Zeit hatten. Da wir bereits morgens da waren, hatten wir den Wasserfall fast für uns alleine. Wir würden auch empfehlen früh zu kommen, denn mittags soll sehr viel los sein. Wir liefen zum oberen Wasserfall, wo wir uns eine Weile hinsetzten und anschließend chillten wir uns in die riesigen Hängematten vor dem Restaurant.

Weiter ging es mit dem Motorrad zur Casa Elemento, die wir nach 20 Minuten erreichten. Jeder der kein Hotelgast ist, muss 10000 COP/2,50€ Eintritt bezahlen, darin ist ein Freigetränk enthalten.
Wusstet ihr, dass es in Kolumbien eine der weltweite größten Hängematte gibt?
Diese wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Ein kurzer 10-minütiger Fußmarsch von der Casa Elemento aus führt zu dieser riesigen Hängematte. Inmitten von vielen Bäumen, meist genässt durch die Regenschauer, die hier häufiger vorkommen, lässt es sich in einem riesigen Netz baumeln. Einfach herrlich die Ruhe inmitten der Natur zu genießen und lediglich das plätschern des kleinen Flusses unter der Hängematte zu hören.
Bei der Casa Elemnto gibt es weitere große Netze, die einen herrlichen Panoramablick über Minca bis hin nach Santa Marta und das karibische Meer bieten. Trotz einem Mittag voller Regen hatten wir eine wundervolle Zeit in der Casa Elemento. Achtung! Das Restaurant im Casa Elemento öffnet erst um 19 Uhr, also besser was zu essen mitbringen.
Von der Casa Elemento führt ein Wanderweg in 45 Minuten hinauf zum höchsten Aussichtspunkt von Minca – Los Pinos. Leider hat es bei uns fast den ganzen Mittag geregnet, sodass wir nicht hochgelaufen sind.

Wir hatten mit unseren Motorradfahrern ausgemacht, dass sie uns nach dem Sonnenuntergang wieder oben abholen (Kosten für die Rückfahrt 20000 COP/4,50 € pro Person). So fuhren wir abends glücklich durch einen dunklen Wald, erleuchtet von Glühwürmchen, zurück. Wäre da nicht dieser Kamikaze Motorradfahrer gewesen…Stefans Fahrer heizte trotz nasser und rutschiger Schotterstraße hinunter, wir rutschten in jeder Kurve. Das konnte nicht gut gehen…So kam es auch, denn in einer Kurve rutschten wir richtig weg, der Fahrer konnte das Motorrad mit seinen Füßen gerade noch abfangen. Doch er tat sich mächtig am Oberschenkel weh. Er fuhr mindestens genauso schnell weiter und stöhnte die ganze Fahrt vor Schmerzen. Heilfroh unten angekommen, stieg der Fahrer humpelnd ab, schrie vor Schmerzen und legte sich auf den Boden. Seine Kollegen kamen und brachten ihn erst einmal in ein Gebäude. Xenia kam erst 10 Minuten später unten an, ihr Fahrer ließ es glücklicherweise wesentlich ruhiger angehen.

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